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27.09.2005 ]
hardcore and more mit koch-schütz-studer/phil minton/joey baron
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der auftritt dieses neuen quintetts am
jazzfestival willisau war ein richtiger höhenflug für alle. hier schon ein paar
pressestimmen:
Grossartig
Ganz ohne Gags und Zitatenmühle
kam am Sonntagnachmittag das Trio Koch-Schütz-Studer mit den Gästen Joey Baron
und dem Vokalisten Phil Minton aus. Eine einstündige Kollektiv-Improvisation
aus einem Guss: Baron und Studer schaffen ein dichtes Schlaggewitter, über dem
sich Saxophon-, Bassklarinetten- und Menschenschreie, Wispern und Wabern, kurze
Cello-Ostinati, elektronisches Knistern und Knattern zu einer irrsinnig
intensiven, zuweilen finsteren Sound-Lava zusammenbrauen. Zusammengehalten wird
dieses anarchistische Klangbrodeln durch eine äusserst präzise Struktur, in der
dann doch alles seinen genauen Ort hat. Eine faszinierende karstige, harsche
Klang- und Geräuschlandschaft ohne jede falsche Gefühligkeit. Kurz:
grossartig
(Christian Rentsch, Jazz’n’More, Sept 05)
Schliesslich sorgten auch Schweizer Solisten und
Formationen für Höhepunkte des reich befrachteten, kurzweiligen
Willisau-Angebots. Das radikal frei improvisierende Trio Koch-Schütz- Studer
liess sich durch die Gastsolisten Phil Minton (Stimmakrobatik) und Joey Baron
(Schlagzeug) zusätzlich beflügeln. (nick liebmann, NZZ 5.9.05)
Die radikalsten Töne waren am Sonntagnachmittag vom Trio
Koch-Schütz-Studer, ergänzt mit dem Sänger Phil Minton und dem Drummer Joey
Baron, zu hören. Einer (im positiven Sinne) inspirierten "akustischen
Geröllhalde" gleich brach deren Kaskade über das Festival herein und
spülte die schwachen Konzerte ins Vergessen. (SDA
5.9.05)
Noise versus Swing
Eine fette Dosis
Hochleistungsjazz gab es gestern Nachmittag mit dem erweiterten Trio von
Koch-Schütz-Studer sowie dem Don Byron Trio Ivey Divey. Zwei diametral
verschiedene Konzepte, die aufnahmemässig vom Publikum einiges
abverlangten.Koch-Schütz-Studer unterbrachen ihr 30-Tage-Set in
Zürich, um mit den Gästen Phil Minton (Vocals) und Joey Baron (Schlagzeug) ihre
Hardcore Chambermusic weiter auszuloten. Die Musiker frästen sich von der ersten Sekunde mitten ins Geschehen und generierten eine brodelnde Spannung an Sounds und Texturen, die jederzeit explosiv aufbrechen konnte.Man spürte,
dass die Gäste den Trio-Kontext heraus forderten. Das Set überzeugte am meisten in den Extremen. Dann, wenn die Klangfelder feinste Schichtungen zeichneten oder in den noisigen Kulminationen die vereinigten Energien den Bann brachen. Dank einer ausgezeichneten Abmischung (Dänu Schneider) waren die komplex verschachtelten Klangereignisse transparent zu verfolgen. (pb
LNN)
Infusionen aus der Hardcore-Kammer
Das Hardcore Chambermusic Trio Koch-Schütz-Studer trat am Sonntag
Nachmittag mit dem englischen Sänger Phil Minton und dem amerikanischen
Schlagzeuger Joey Baron auf die Bühne. Ihr Motto ist seit Jahren
unverändert: Es wird aus dem Moment heraus gespielt, nichts ist geprobt,
nichts ist abgesprochen.
Soundlandschaften
Das ad-hoc Quintett garantierte – abgesehen vom Spezialfall The Young
Gods – für das radikalste Setting am diesjährigen Jazz Festival und auch
für dasjenige, das dem offenen Geist von Willisau am stärksten
entspricht....Hans Koch (Saxophon, Bassklarinette) setzte ausgiebig
die Soundlandschaften seiner Geräte ein, während Martin Schütz
(elektrisches Cello, Electronics) mit seinen gestrichenen Free-Klassik-Linien oder
stoisch entwickelten Elektro-Motiven immer wieder
neue Breschen öffnete und dem Strom der musikalischen Partikel temporäre
Ordnungen gab. Phil Minton quasselte, hechelte und röchelte in die Klangströme, verzog sein Gesicht zu Grimassen und liess für winzige Momente auch seine
Opern-Stimme ausfahren – gerne hätte man sich noch mehr davon gewünscht.
Aufruhr - Entspannung
Am eindringlichsten waren die Extreme: Immer dann, wenn die Band auf Schub kam und minutenlang oben blieb, oder wenn sich die Interaktionen in feinst differenzierten Klanggeweben am Rand der Stille bewegten, hielt die Musik den Atem an und ging das unablässige Suchen und Erfinden vergessen. Die Konzerte dieses Trios sind immer ein herausforderndes Erlebnis. Die Musiker verstehen es,
akustische und elektronische Klanginformationen zu transformieren und mit radikaler Dynamik eigentliche Klang-Territorien zu schaffen.
Diese Dynamik beschränkte sich am Sonntag vorzugsweise auf die Pole Aufruhr und Entspannung, wogegen die Exkursionen dazwischen etwas einförmiger oszillierten. Dennoch generierte das Quintett diese brodelnde Spannung an Sounds und Texturen, die jederzeit explosiv aufbrechen und jähe Wendungen nehmen konnte. Dank einer ausgezeichneten Abmischung (Dänu Schneider) waren die komplex verschachtelten Klangereignisse transparent zu verfolgen. (pb,
Willisauer Bote
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